Kontext & Gegebenheiten des Ortes: Ludwigsmoos im Donaumoos
Der Projektstandort liegt im Ort Ludwigsmoos, einem Ortsteil der Gemeinde Königsmoos im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, im Regierungsbezirk Oberbayern. Die Ortssituation ist geprägt durch ihre Lage am westlichen Rand des Donaumooses – einem der bedeutendsten Niedermoorgebiete Mitteleuropas. Die Siedlungsstruktur von Ludwigsmoos folgt der Typologie eines klassischen Straßendorfes.
Zur Gemarkung gehören auch das Dorf Achhäuser und das benachbarte Landschaftsschutzgebiet Laich, das ökologische wie atmosphärische Qualität ins direkte Umfeld bringt. Verkehrlich ist Ludwigsmoos durch die Staatsstraßen St 2049 und St 2050 gut angebunden – mit kurzen Wegen in Richtung Ingolstadt, Pöttmes und Schrobenhausen.
Topografische Tiefe & historische Spuren
Die Geschichte dieser Landschaft reicht weit zurück: Archäologische Funde – etwa ein steinzeitliches Rechteckbeil, eine Pfeilspitze aus Hornstein und eine bronzezeitliche Klinge – zeugen von einer frühen menschlichen Präsenz. Selbst eine römische Münze wurde beim Fundamentbau der Kirche entdeckt.
Die heutige Besiedlung begann jedoch erst im Jahr 1822, als das Moor systematisch entwässert wurde. Die neue Ansiedlung wurde zunächst Ludwigsfeld genannt – benannt nach König Ludwig I. – und später in Ludwigsmoos umbenannt.
Ziel war die Gründung einer strukturierten „Moosgemeinde“ in einem zuvor unerschlossenen Naturraum. Achhäuser, heute ebenfalls Teil der Gemarkung, wurde entlang der Donaumoos-Ach angelegt – einem kanalisierten Wasserlauf, der das gesamte Donaumoos quert.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Ludwigsmoos 1975 Teil der heutigen Gemeinde Königsmoos.
Dynamik des Untergrunds & Antwort der Architektur
Eine geologische Besonderheit der Region ist die Moorsackung – also das langsame, aber kontinuierliche Absinken des Bodens über Jahrzehnte hinweg. Am Donaumoospegel in der Ludwigstraße wurde ein Höhenverlust von 2,85 Metern seit 1836 dokumentiert.
Diese bewegte Bodenrealität ist kein Nachteil – sondern ein zukunftsweisender Gestaltungsrahmen, wenn man architektonisch darauf reagiert:
Die atme® Bauweise nutzt ein speziell entwickeltes System aus höhenverstellbaren Schraubfundamenten, das exakt auf diese Herausforderung ausgelegt ist.
Dank einer darunterliegenden Installationsebene (SERVICE STOREY) kann das Gebäude auch nachträglich angehoben, ausgerichtet oder neu unterfangen werden – indem zusätzliche Erdschrauben gesetzt oder bestehende angepasst werden.
So bleibt das Haus nicht nur stabil – sondern lebendig anpassungsfähig, im Dialog mit einem sich wandelnden Grund.